Gold

Schön, wertvoll, und eine Anlagemöglichkeit. Aber Gold birgt auch Gefahren.

Gold als Anlage – wie sinnvoll ist das?

Trends Seit einigen Jahren ist Gold als Anlage- und Investitionsprodukt wieder stark gefragt. Dennoch bleibt das Edelmetall eine spekulative Anlage.

Miriam Dibsdale

Sein Geld in Gold anzulegen, gilt wieder als eine sichere Sache. Das Goldvreneli unterm Weihnachtsbaum soll nicht nur Wertschätzung demonstrieren, sondern auch als langfristige Wertanlage in schwierigen Zeiten dienen. Mit diesem Versprechen wird derzeit gezielt geworben. In Zeiten, in denen Aktien, Immobilien oder gar das klassische Papiergeld an Wert verlieren, gewinnt Gold seinen Status als eigene Währung zurück, die wirtschaftliche Krisen, Deflation oder Hyperinflation überdauern kann.

Dieser Glaube erhielt durch die Staatsschuldenkrise seit 2007 und die anhaltende Eurokrise weiter Nahrung und verschaffte dem Goldhandel seither einen ungeheuren Aufschwung. So zeigen die Zahlen des World Gold Council, einer globalen Lobbyorganisation der Goldminenindustrie, dass die Nachfrage nach Gold seit 2007 vor allem im Einzelhandel und durch Investitionsfonds sprunghaft angestiegen ist. Anfang Oktober 2011 hatte der Goldpreis gar einen «historischen Höchstpunkt» erreicht, als die Feinunze Gold 1679,43 Franken wert war. Hinzu kommt, dass verschiedene internationale wie auch nationale Kampagnen versuchen, in der meist umweltbelastenden Goldförderung mehr Nachhaltigkeit umzusetzen und die Herkunft und Handelsströme des Edelmetalls besser zu kontrollieren, so etwa die Better Gold-Initiative des Schweizerischen Staatssekretariats für Wirtschaft und den Mitgliedern der Schweizerischen Goldindustrie.

 

Ein Risiko bleibt immer

Dennoch bleibt Gold eine spekulative Anlage, deren Wert starken Schwankungen ausgesetzt ist. Zum einen, weil sich Angebot und Nachfrage schnell verändern können. Das zeigte sich 2007, aber auch im Herbst 2013, als «Goldinvest», ein deutsches Portal für Edelmetalle und Rohstoffaktien, meldete, dass in Australien die Menge des geförderten Goldes trotz des derzeit fallenden Goldpreises zugenommen habe, da vermehrt Erze mit höherem Goldgehalt verarbeitet würden. Zum anderen bewirkt die Kopplung des Goldpreises an den US-Dollar, in dieser Währung wird der Handel abgewickelt, ein unsicheres Auf-und-ab. Fällt der Dollarkurs, steigt in der Regel der Goldkurs – und umgekehrt.

Rohstoffhandelsexperten gehen deshalb davon aus, dass die gegenwärtige Geldpolitik der USA zur Stützung des US-Dollars negative Folgen für den Goldpreis haben wird und dieser bis Mitte nächstes Jahr weiter fällt. Anleger können dennoch Profite machen, etwa mit börsengehandelte Wertpapiere, den sogenannten Exchange Traded Commodities, mit denen sie in eine Vielzahl verschiedener Rohstoffmärkte investieren und dabei auch auf fallende Goldpreise setzen können. Für alle anderen bleibt die Goldmünze oder ein kleiner Goldbarren für zuhause – und die historische Gewissheit, dass Gold immer etwas wert sein wird