Neue Erkenntnisse

Studie belegt wissenschaftlich, dass Strukturierte Produkte effiziente Investitionsmöglichkeiten darstellen.

Neue Erkenntnisse zu Strukturierten Produkten

Anlegen Strukturierte Produkte stellen für viele potenzielle Anleger ein Buch mit sieben Siegeln dar. Verständlicherweise, schliesslich handelt es sich dabei um eine vergleichsweise komplexe Anlageform. Nun hat das Swiss Finance Institut eine Studie zu Strukturierten Produkten im Schweizer Markt veröffentlicht. Ein Auszug.

SMA

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Strukturierte Produkte geniessen ausserhalb von Fachkreisen nicht gerade den besten Ruf. In Ungnade fielen sie im Rahmen der Finanzkrise im Jahr 2008, als viele Anleger, die ihr Geld in hochkomplexe und undurchschaubare Produkte investiert hatten, teilweise hohe Verluste hinnehmen mussten.

Nun, sieben Jahre nach dem Ausbruch der Krise, stellen wir die Frage: Wie wird heute mit Strukturierten Produkten gehandelt – und wie schneiden sie auf dem Markt ab? Aufschluss über Performance, Kosten und die Anlagemöglichkeiten von Strukturierten Produkten ermöglicht jetzt nämlich eine aktuelle Studie, welche diesen Sommer vom Swiss Finance Institut veröffentlicht wurde. Für die Untersuchung, die im Auftrag des Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte durchgeführt wurde, untersuchten Prof. Dietmar Maringer von der Universität Basel, Dr. Walter Pohl von der Universität Zürich sowie Prof. Paolo Vanini vom Swiss Finance Institute die Performance von Strukturierten Produkten für den Zeitraum 2008 bis 2014. Dem Zeitraum also, in welchen die letzte weltweite Finanzkrise sowie die europäische Schuldenkrise fielen.

Mit der Studie gelang es Transparenz zu schaffen.

Die wichtigsten Resultate

Laut Medienschreiben des Swiss Finance Institutes beurteilten die Autoren die Kosten für Investoren bei Emmission von April 2012 bis April 2015. Die wichtigsten Erkenntnisse fasst das Swiss Finance Institute folgendermassen zusammen:

  • Im Zeitraum von 2012 bis 2014 erzielten rund 80 Prozent oder mehr der Strukturierten Produkte positive Renditen – dies mit durchschnittlichen Medianrenditen zwischen fünf und 15 Prozent p. a unter normalen Marktbedingungen. Das Jahr 2009 erwies sich als besonders erfolgreich mit durchschnittlichen Medianwerten von 19 bis 31 Prozent.
  • In den Jahren 2008 (Beginn der letzten weltweiten Finanzkrise) und 2011 (europäische Schuldenkrise) verzeichneten die Aktienmärkte massive Kursverluste. Von diesen waren auch die grösstenteils aktienbasierten Strukturierten Produkte in dieser Stichprobe betroffen und wiesen negative Medianrenditen auf. Kapitalschutz-Produkte sind von Marktbewegungen eher schwach betroffen, führt das Swiss Finance Institute an.
  • Gemäss der Studie betragen die Kosten für Anleger bei Emission für die populärsten Strukturierten Produkte je Produktkategorie zwischen 0,3 und 1,7 Prozent p. a. Die Studie schafft somit Klarheit hinsichtlich der Kostenaspekte von Strukturierten Produkten und ermöglicht einen Kostenvergleich mit Fonds und ETFs.
  • Die Kosten, ausgewiesen als Total Expense Ratio (TER), entsprechen der Summe der Nettomarge sowie aller Produktions- und Distributionsgebühren. Seit März 2015 legen alle Emittenten die Distributionsgebühren im schweizerischen vereinfachten Prospekt offen.

Erfolg

Schweizer Anleger zeigen gemäss Studie grosses Interesse an Barrier Reverse Convertibles auf Aktien, Tracker- Zertifikaten und auch an Kapitalschutz-Zertifikaten. Investoren in anderen Ländern haben divergierende Präferenzen bezüglich der Basiswerte und dem Zahlungsversprechen. Verhaltensmotive scheinen bei ihren Anlageentscheiden eine wichtige Rolle zu spielen.

Die Studie umfasst Fallstudien, welche sich nicht nur auf mögliche Renditeerwartungen konzentrieren, sondern zeigen, dass die Ansichten der Anleger entscheidend sind hinsichtlich fundierter (Nicht)-Anlageentscheide. Die Entscheidung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im Januar und die Ankündigung zu Beginn des Jahres, das Programm der quantitativen Lockerung in der Eurozone umzusetzen, ermöglichten Investitionsmöglichkeiten wie beispielsweise hochqualitative oder hohe Dividenden zahlende Euro-Aktien zu einem Abschlag von 15 Prozent oder Barrier Reverse Convertibles mit niedrigen Barrieren und einem Coupon von ein bis zwei Prozent.

Georg von Wattenwyl, Präsident des Schweizerischen Verbands für Strukturierte Produkte, fasst die Studienergebnisse im Medienbeschrieb folgendermassen zusammen: «Mit dieser Studie erreichen wir einen weiteren Meilenstein bezüglich Transparenz und Klarheit von Strukturierten Produkten. Die SFI White-Paper-Studie belegt wissenschaftlich, dass Strukturierte Produkte effiziente Investitionsmöglichkeiten darstellen